Radbefestigung

Radbefestigung

Die Radverschraubung ist eine höchst sicherheitsrelevante Verschraubung eines Fahrzeuges! Nicht nur die Konstruktion und die Ausführung des Rades, sondern auch die Radbefestigungselemente müssen daher unter allen Betriebsbedingungen des Fahrzeugs alle sicherheitsrelevanten Aufgaben erfüllen.

Ein Versagen, z.B. in Form des Verlustes der Radverschraubung, des Verlustes eines Rades, und andere Eingriffe in die Verschraubung bedeuten Gefahr für Leib und Leben.

Radverschraubungen gehören zu den am häufigsten gelösten und wieder montierten Schraubenverbindungen am Fahrzeug, was die Ansprüche an die Sicherheit zusätzlich erhöht. Die im Betrieb auftretenden Radkräfte aus Antrieb, Bremsen, Radlast und Radführung sind vom gesamten Verbund, d. h. Radbefestigung, Rad, Bremsscheibentopf und Radnabe, aufzunehmen, ohne dass die Betriebsfestigkeit und die Funktion von Rad, Radverschraubung und Achsbauteilen beeinträchtigt wird.

Neben der Radverschraubung selbst haben die Nachgiebigkeit und das Verformungsverhalten von Scheibenrad, Bremsscheibentopf und Nabe einen entscheidenden Einfluss auf den dynamischen Radfestsitz. Eine sorgfältige Abstimmung der Geometrie der Auflage der Radverschraubungselemente am Rad (z.B. Kugelkalotte oder Kegel), die Länge und Ausführung und der Reibparameter sind bei der konstruktiven und praktischen Festlegung der Anziehdrehmomente und des Anziehverfahrens unabdingbar. Die für die Funktionssicherheit des Schraubverbunds mindestens erforderlichen Schraubenklemmkräfte müssen sowohl im Neuzustand (Erstmontage) wie auch im gebrauchten Zustand und unter Berücksichtigung aller dynamischen Betriebszustände sicher erreicht und eingehalten werden.

Ein guter Rundlauf des Rads auf der Radnabe wird über die Ausführung des Mittenlochs als Zentrierbohrung mit exakt definierter Spielpassung zur Radnabe und nicht durch die Radschrauben erreicht. Daher sind schraubenzentrierte Radverschraubungen eher selten.

Es gibt eine grundsätzliche Empfehlung bei Leichtmetall-Sonderrädern die Radverschraubung bei jedem Radwechsel zu erneuern. Die Anwendung von druckluftbetriebenen Schlagschraubern gerade im Umgang mit Leichtmetall-Sonderrädern sollte grundsätzlich unterbleiben. Mit dem Einsatz von druckluftbetriebenen Schlagschraubern können Radverschraubungen, Rad, Bremsscheibentopf und Radnabe unmerklich Schaden nehmen.